Krisenbewältigung und Umstrukturierung

Seit sich das Berufsbild des selbständigen Interim Managers in den frühen 1970er Jahren entwickelt hat, besteht eine enge Affinität zwischen dem Manager auf Zeit und der Bewältigung von Krisen. Im internationalen Vergleich stehen Aufträge im Zusammenhang mit Krisenmanagement und Restrukturierung ganz oben auf der Liste und machen rund 30 Prozent aller Einsätze aus. Die besondere Befähigung externer Manager in kritischen Situationen erklärt sich dabei aber nicht allein aus historischen Gründen.

Eine Frage der Perspektive
Erfahrungen zeigen, dass externe Manager sowohl für die Krisenbewältigung als auch die Umstrukturierungen in besonderem Maße prädestiniert und gegenüber internen Führungskräften meist im Vorteil sind. Die Gründe dafür sind so einfach wie menschlich. Eine typische Reaktion, die sich beim Auftreten von Problemen innerhalb von Unternehmensstrukturen immer wieder beobachten lässt, ist die Suche nach einem Schuldigen. Anstatt sich zunächst auf die Lösung des Problems zu konzentrieren, verstricken sich interne Mitarbeiter oft im Versuch, das eigene Verhalten als nicht ursächlich für die Krise darzustellen, Entschuldigungsgründe für mögliches Fehlverhalten zu finden oder eine eigene Beteiligung herunter zu spielen.

Dass sich das interne Management mit solchen Strategien selbst blockiert und dabei wertvolle Zeit verschenkt, die sinnvoller in unmittelbare Lösungsstrategien investiert wäre, liegt auf der Hand. Hier zeigt sich einer der entscheidenden Vorzüge eines Interim Managers, der völlig unbelastet an das Problem herangehen kann. Dass er dabei eine neue, für das Unternehmen bislang ungewohnte Sichtweise mitbringt, ist so gut wie immer ein zusätzlicher Vorteil. Nicht nur, weil eine neue Perspektive eine gänzlich neue Wahrnehmung mit sich bringt, sondern weil nachhaltige Lösungen oft erst gefunden werden, wenn bisher gewohnte Sichtweisen aufgegeben werden.

Mit unbedingter Objektivität sicher ans Ziel
Was den Interim Manager vor allem als erfolgreichen Krisenmanager und Restrukturierer auszeichnet, ist seine unbedingte Objektivität und die konsequente Zielorientierung. Da er selbst keine Karriereziele innerhalb des Unternehmens verfolgt, kann er sich völlig unabhängig von internen Strukturen auf seine Aufgabe konzentrieren und muss auf internen Befindlichkeiten keinerlei Rücksicht nehmen.

Daraus darf natürlich nicht der Schluss gezogen werden, dass ein Interim Manager ohne Rücksicht auf Verluste arbeitet. Ihm ist durchaus bewusst, dass ein Unternehmen eine komplexe Struktur darstellt, deren Erfolg vor allem durch ein konstruktives Miteinander bestimmt ist. Jede nachhaltige Krisenbewältigung oder Umstrukturierung bedarf einer breitgefächerten Zustimmung und muss insbesondere von den betroffenen Mitarbeitern mitgetragen werden. Ein guter Interim Manager wird daher stets auch die betroffenen Mitarbeiter in seine Lösungsstrategien mit einbeziehen.

Interim Manager finden eher Akzeptanz
Die Erfahrung zeigt, dass Veränderungen, die von einem externen Manager vorgeschlagen werden, in den meisten Fällen auf eine größere Akzeptanz bei der Belegschaft stoßen, als wenn die gleichen Veränderungen durch interne Manager implementiert werden. Dem liegt meist ein gespanntes Verhältnis zwischen Management und Belegschaft zugrunde. Manager gelten üblicherweise nicht als Interessenvertreter der Mitarbeiter und in Krisenzeiten wird den Führungskräften gerne unterstellt, durch eigenes Fehlverhalten und Versäumnisse die Krise zumindest mitverschuldet zu haben.

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