Innovation … Versuch einer Definition

Erlauben Sie mir bitte zunächst, den Begriff Innovation etwas näher zu definieren und den KonWas ist Innovationtext zu bestimmen, in dem dieser Begriff hier Verwendung finden soll. Dies erscheint mir sinnvoll, denn nicht jeder versteht unter einer Innovation das Gleiche. Für den einen reicht bereits eine neue Idee oder Technologie. Andere vertreten den Standpunkt, dass zumindest ein neuartiges Produkt oder ein Service entstehen muss. Und wieder andere sind der Auffassung, dass erst dann von einer Innovation gesprochen werden kann, wenn sich dieses Neue auch erfolgreich am Markt etablieren konnte.

Meiner Ansicht nach ist Erfolg eines der zentralen Elemente, sodass erst dann von einer Innovation gesprochen werden kann, wenn neue Produkte, Services, Verfahren, Strukturen oder Geschäftsmodelle einen Markt gefunden haben – im Idealfall einen begeisterten, der die Innovation als brilliante Neuentwicklung feiert. Denn egal wie genial die dahinter stehende Idee auch sein mag, wenn niemand bereit ist dafür Geld auszugeben, nutzt auch der innovativste Geistesblitz nichts.

 

Halten wir also fest, dass eine Innovation zwei wesentliche Elemente beinhaltet:

etwas etwas, das mit
NEUES   + ERFOLG
das es bisher nicht gegeben hat einen Kundenkreis gefunden hat

 

Neu allein ist also bei Weitem nicht genug. Erst wenn sich Menschen finden, die dieses Neue so nützlich finden, dass sie auch bereit sind, Geld für dessen Erwerb zu investieren, ist auch für das Unternehmen der erforderliche Mehrwert geschaffen.

Dabei muss die zugrunde liegende Idee nicht einmal besonders aufsehenerregend sein. Eine ganz kleine Idee oder die Neukombination schon existierender Komponenten kann bereits genügen, etwas Entscheidendes zu verändern. Mitunter reicht es sogar aus, etwas schon Bekanntes in einen neuen Kontext zu stellen und schon ist er da, der Erfolg.

Ein gutes Beispiel stellt die MP3 Technologie dar. Hauptsächlich vom Fraunhofer ILS Institut entwickelt ist MP3 eine geniale Technologie, mit der sich Audiodateien bei immer noch hoher Qualität auf ein Zehntel schrumpfen lassen. Was jahrelang vor allem von illegalen Tauschbörsen im Internet zum Austausch copyrightgeschützter Musik genutzt wurde, schaffte es 2003 zur Innovation. Analog zum iPod, dem hauseigenen MP3-Player, ging Apple mit dem iTunes Store online und schafften den ersten, wirtschaftlich funktionierenden Marktplatz für den Vertrieb copyrightgeschützter Musik. Sie sehen: Die Idee und Technologie war lange vorhanden, doch erst das Verkaufsportal von Apple schafft die eigentliche Innovation.

Sind Innovationen planbar?

Wer sich genau umschaut, der wird diese Frage zunächst sicher verneinen. Alle großen Innovationen scheinen stets auch etwas Zufälliges zu beinhalten oder sie wurden durch besondere Umstände begünstigt. Doch auch wenn sich Innovationen den klassischen Managementstrategien aus Planung, Steuerung und Überwachung verweigern, so sind sie doch nicht gänzlich zufällig. Mit den passenden Prozeduren und Konzepten läßt sich das Entstehen von Innovationen durchaus positiv beeinflussen. Wenn dann noch eine innovationsorientierte Unternehmenskultur und eine entsprechende Führungsphilosophie vorhanden sind, erhöht sich die Erfolgswahrscheinlichkeit essenziellen Innovationen um einiges.

Es muss auch nicht immer gleich der große Wurf sein. Viele Innovationen sind recht bescheiden gestartet. Das macht sie bei Bedarf besser skalierbar und hält auch den Personal- und Kostenaufwand im Rahmen. Wirklich erfolgreiche Innovationen sind geradezu abenteuerlich einfach. Exakt ein Bedürfnis muss so eine Innovation befriedigen und genau ein Ergebnis bringen. Sind Innovationen zu raffiniert gestaltet, steigert das nicht nur die Kosten. Auch den Kunden könnte zu viel Raffinesse verwirren, was für den Verkaufserfolg sicher nicht förderlich ist. Je einfacher das Produkt, umso größer der potenzielle Markt – so einfach ist das.[/vc_column_text][/vc_column][/vc_row]

2 Kommentare. Hinterlasse eine Antwort

  • Je einfacher das Produkt, umso größer der potenzielle Markt?

    Diese Kausalität auf ein einfaches „Skalpell“ angewendet, stellt die Aussage in ein anderes Licht.

    Auch in einem begrenzten Markt kann ein einfaches Produkt sehr profitabel vermarktet werden. Der Trick ist u.A. – Für Dass „DAS“ die Nische zu finden, dann kanns doch auch „kompliziert“ sein.

    Ein Auto z.B. ist ein sehr komplexes „Produkt“. Erklärt ein Verkäufer das Produkt, indem er die Technik erklärt ? Er wird den Nutzen verkaufen – die Technik die den Nutzen ermöglicht – eher nicht.

    Das alte Lied – verkauft werden sollte nicht die Bohrmaschine – verkauft werden sollte das Loch, das mit der Bohrmaschine gebohrt werden kann. Dann zeigt sich die Innovation.

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    • Rainer Brenner
      23. Januar 2016 12:36

      Vielen Dank für Ihren Kommentar Tom. Zugegeben – ein einfaches Skalpell mag meine Aussage tatsächlich in einem anderen Licht erscheinen lassen. Doch auch wenn das Skalpell ein sehr einfaches Produkt ist, so ist es doch ein spezialisiertes Werkzeug für einen sehr genau definierten Markt. Bei diesem ersten Text ging es mir vor allem darum, den Begriff Innovation zu definieren, und eine Basis für noch folgende Blog-Beiträge zu legen.
      Was es mit speziellen Innovationsarten für besondere Nischen auf sich hat, wer-de ich einem anderen Blog-Beitrag noch untersuchen. Wenn Sie also bereit sind, mir noch ein wenig Ihrer Zeit und Aufmerksamkeit zu schenken, kann ich Sie sicher von meiner Sichtweise überzeugen.
      Ich gebe Ihnen Recht, dass auch etwas Kompliziertes in einer speziellen Nische durchaus erfolgreich sein kann. Doch auch in begrenzten Märkten halte ich Simp-lizität für eine wichtige Erfolgsvoraussetzung. Für solche Märkte möchte ich mei-ne Aussage wie folgt spezifizieren: Je einfacher das Produkt, desto größer die Erfolgsaussicht!

      Antworten

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