Das Interim Management Konzept

Echte Manager brauchen Krisensituationen um ihr wahres Potential zu erschließen und so ist es kein Wunder, dass die wirklich guten binnen kurzem als Phönix der Asche jener frühen Ölkrise wieder entstiegen, um sich den neuen Herausforderungen zu stellen. Die meisten von ihnen waren erfahren genug, die Probleme vorauszusehen, die sich aus einer radikalen Verschlankung von Personal- und Verwaltungsstrukturen ergaben.

Da die internen Ressourcen weder vorne noch hinten reichten, um mit den Folgen der Krise fertig zu werden, besann man sich folgerichtig derer, die bislang die Geschicke des Unternehmens mitbestimmt hatten. Wer wäre auch besser zur Bewältigung der Krisen befähigt, als gerade die Manager, die das Unternehmen seit Jahren und Jahrzehnten kannten?

Die Verlockung der Freiheit

Seit den frühen 1970er Jahren hat sich natürlich einiges verändert – auch wenn die Probleme, die sich den Unternehmen heute stellen, ähnliche Auswirkungen zeigen wie einst.

Die wirklich entscheidende Veränderung vollzog sich aber im Selbstverständnis der Interim Manager, die längst nicht mehr aus der Not heraus, sondern ganz bewusst und selbstbestimmt die Freiheit der Selbstbestimmung wählen. Stellen wir uns zunächst die Frage, was bewegt einen Menschen dazu, Manager zu werden?

Die wesentlichen Gründe für eine Managementkarriere sind meiner Überzeugung nach, der Wunsch etwas zu bewegen, etwas Neues zu gestalten und Andere für die eigenen Visionen zu begeistern Was aber macht ein Manager, wenn er alles bewegt, gestaltet und realisiert hat?

Was bleibt ist die Verwaltung des Status quo, der ermüdende Kampf gegen die Windmühlen innerer Strukturen, die nie nachlassende Wachsamkeit gegen die nachwachsende Managergeneration und die Verstrickung in die vielbemühten Sachzwänge.

Ganz der Aufgabe verschrieben

Wirtschaftlich abgesichert nach einer oder mehreren erfolgreichen Karrieren im mittleren bis oberen Management entscheiden sich Interim Manager vor allem für sich. Der Ausstieg aus dem Chefsessel ist im Wesentlichen dadurch motiviert, dass Interim Manager wieder etwas bewegen wollen – und sei es auch auf einer Ebene, die deutlich unter ihrer letzten Karriereposition liegt.

Es ist also keine Seltenheit, dass sich ein ehemaliger Top-Manager, der ein ganzes Unternehmen geführt hat, in die Reihen der Projektmanager einreiht, um ganz genau das zu sein: ein erfahrener aber einfacher Projektmanager, der sich voll und ganz auf seine Arbeit konzentriert.

Auf den Punkt gebracht

Lassen sie mich zum Ende dieses Kapitels noch einmal die wichtigsten Fakten zusammenfassen, denn mir ist es wichtig, dass sie das Konzept Interim Management so sehen, wie es für mich selbstverständlich ist:

Interim Manager sind erfahrene Manager mit mehrjähriger Linienerfahrung, die sich bewusst für eine Tätigkeit als Honorar-Manager entscheiden. Sie werden getrieben von dem Wunsch, etwas zu bewegen, ohne sich in den internen Unternehmensstrukturen und Sachzwängen zu verfangen. Ihre Motivation sehen Interim Manager nicht im Erklimmen von Führungsebenen, sondern lediglich in der Aufgabe und der damit verbundenen Herausforderung. Und – vielleicht einer der wichtigsten Aspekte – Interim Manager sitzen gern in der Sonne, blicken auf eine Aufgabe zurück und sagen sich: Das hast du gut gemacht!

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